5 - Chorraum

In der sakralen Architektur bezeichnet der Chorraum, auch Presbyterium oder Altarraum genannt, jenen Platz in der Kirche, der den ehemaligen Hochaltar umgibt und der früher dem Klerus oder Ordensgemeinschaften zur Feier der heiligen Messe und des Stundengebets vorbehalten war. Seit man nach dem II. Vatikanischen Konzil den Altar in die Mitte der Kirche vorgerückt hat, um den Gemeinschaftscharakter der Messfeier zu unterstreichen, ist der Chorraum ein stiller Ort des Gebetes und der Meditation.

Blick aus dem Chorraum auf die Kreuzigungsgruppe.

Die Kreuzigungsgruppe des Hofbildhauers Karl Hoffmann über dem Chorumgang stammt aus dem alten Altaraufbau. Sie besteht aus Jesus am Kreuz, unten links Maria und gegenüber, auf der rechten Seite, der Apostel Johannes. Sie bildet in ihrer beeindruckenden Größe einen Blickfang und lädt dazu ein, persönliches Leid und Sorgen im Gebet vor den gekreuzigten Herrn zu tragen.

Marineikone im Chorraum der Kirche

In einer kleinen Nische darunter befindet sich eine Ikone mit Maria und dem Jesuskind auf dem Arm. Gütig und barmherzig blickt sie auf den Betrachter und aus dem Gold des Himmels streckt sie dem Betrachter Jesus wie eine Monstranz entgegen. Sie verbreitet Wärme und Zuversicht.

Die beiden Statuen in den Arkadenbögen des Chorraumes zu beiden Seiten des ehemaligen Hochaltars stammen ebenfalls vom Wiesbadener Hofbildhauer Karl Hoffmann. Hier werden der hl. Franziskus von Assisi und die hl. Teresa von Avila dargestellt.

Heiliger Franziskus von Assisi

„Oh Herr, in deinem Arm bin ich sicher. Wenn du mich hältst, habe ich nichts zu fürchten. Ich weiß nichts von der Zukunft, aber ich vertraue auf dich.“
* 1181/1182 in Assisi, Italien
† 1226 in Assisi, Italien
Gedenktag: 4. Oktober
Heiligsprechung: 12 Juli 1228
Patron: von Italien, der Armen, Blinden, Strafgefangenen, Sozialarbeiter

Heilige Teresa von Avila

„Meiner Meinung nach ist inneres Beten nichts anderes als das Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft allein zusammenkommen, einfach um bei ihm zu sein, weil wir sicher wissen, dass er uns liebt.“
* 28. März 1515 in Avila
† 4. Oktober 1582 in Albes de Tormes
Gedenktag: 15. Oktober
Heiligsprechung: 1622
Besonderheit: Am 27. September 1970 wurde sie als erste Frau in der Geschichte der Kirche zur Kirchenlehrerin ernannt.
Patronin: von Spanien; der Schachspieler; der spanischen Schriftsteller; in geistlichen Nöten; für die Gnade, beten zu können; für ein innerliches Leben; gegen Kopf- und Herzleiden

Gehen Sie nun noch ein Stück weiter in Richtung des rechten Seitenschiffs, am besten die Stufen schon hinunter, um die rechte Seitenkapelle zu betrachten.

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