4 - Taufkapelle

Beginn des Glaubensweges und der Gemeinschaft mit Gott

Die Taufkapelle, Ansicht vom Chorraum aus. Links ein Gefäß mit Weihwasser, rechts das Taufbecken.

Im linken Chorumgang befindet sich die Taufkapelle. Durch das Sakrament der Taufe werden wir in die Gemeinschaft mit Christus aufgenommen. Das neuzeitliche Taufbecken mit kupfernem Deckel und Taube steht in einer Vertiefung des Bodens und verweist auf die Taufe Christi im Jordan. Diese Szene wird in dem dahinterliegenden Wandgemälde von Prof. Elmar Hillebrandt bildlich dargestellt.

Die Osterkerze ist ein Symbol für Christus selbst und seine Auferstehung. Das Kreuz und die Nägel = Wundmale (für die am Kreuz durchbohrten Hände und Füße, den Kopf (Dornenkrone) und die durchbohrte Seite) sind eine Erinnerung an Jesu Weg durch Kreuz und Leid hindurch zur Auferstehung; Alpha und Omega (erster und letzter Buchstabe des griechischen Alphabets) sagen aus, dass Christus allein Anfang und Ende von allem ist, und die Jahreszahl des letzten Osterfestes ist Ausdruck für Christus, den Herrn über die Zeit. Die Osterkerze wird in der Osternacht in die dunkle Kirche getragen als Zeichen dafür, dass Christus mit seinem Leben den Tod überwindet, wie die Kerze mit ihrem Licht die Dunkelheit vertreibt.

Die Tür hinter der Taufkapelle führt in das Gesprächs- und Beichtzimmer. Ein Priester steht zu bestimmten Zeiten zum Gespräch bereit. Immer wieder kommen Menschen hierher, um ihre Sorgen und Nöte ins Gespräch zu bringen und sich Rat zu holen oder aber um zu beichten, also das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.

Das eigentliche Sakrament der Sündenvergebung und des Neuanfangs ist die Taufe. Doch aus der Erfahrung heraus, dass der Mensch im Großen wie im Kleinen immer wieder zurückbleibt hinter der Liebe, die ihn mit Gott, den Menschen und sich selbst verbinden will, entwickelte sich schrittweise in der Kirchengeschichte das Sakrament der Versöhnung, wie wir es heute kennen – als die Möglichkeit, sich immer wieder Gottes Versöhnung in Christus zusagen zu lassen und neu mit ihm anzufangen. Der eigentliche Ort für dieses Sakrament ist also im Kirchenraum in unmittelbarer Nähe zum Taufbecken.

Hinter dem Taufbecken an der Wand finden sich einige Reliquienschreine. Das Wort "Reliquie" leitet sich vom lateinischen „relinquere“-„zurücklassen“ ab. Es handelt sich bei Reliquien um Überreste, die uns heilige Menschen zurückgelassen haben. Dabei muss es sich übrigens nicht zwingend um Körperteile – wie etwa Knochenstückchen – handeln, sondern es kann auch ein Stück Kleidung der Person sein oder ein Gebrauchsgegenstand, mit dem der Heilige in Berührung gekommen ist („Berührungsreliquie“). Für Gläubige haben diese „Überbleibsel“ – egal welcher Kategorie – eine besondere Bedeutung. Zum einen ist es die Erinnerung an einen Heiligen, an jemanden, der es mit seinem Leben anderen leichter gemacht hat, an Gott zu glauben. Und die Erinnerung kann einen auch selbst wieder stärker ins Gebet führen. Zum anderen erhofft man sich Hilfe und Segen, indem man den Heiligen um seine Fürsprache bei Gott bittet.

Gehen Sie nun weiter in den Chorraum. Das ist der Raum hinter dem Hauptaltar.

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